Energie aus Abfall

Gefährlich, ätzend, explosiv

Wer von Sondermüll spricht, meint meist „gefährliche Abfälle“. Unter diesem Begriff führt das Abfallverzeichnis der EU knapp 400 Abfallarten, die giftig, explosiv, brennbar oder ätzend sind oder Krankheitserreger enthalten. Gefährliche Abfälle stellen eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar. Konkrete Beispiele sind Sonderabfälle der chemieverarbeitenden Industrie, pastöse oder flüssige Produktionsrückstände, reaktive oder hochhalogenierte Flüssigkeiten, silizium- und phosphorhaltige Abfälle, Konzentrate, Laborchemikalien, Insektizide, Pestizide, Polychlorierte Biphenyle, Klärschlamm, Krankenhausabfälle oder hochbelastete Industrieabfälle.

Bei gefährlichen Abfällen ist eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung unerlässlich. Die Substanzen dürfen nicht mit dem normalen Hausmüll verbrannt werden und gehören in Anlagen, die eine Hochtemperaturverbrennung ermöglichen. Gemäß Best Available Techniques Reference Document (BREF) soll die Behandlung über die drei „T“ erfolgen: Time, Temperature und Turbulence. Bei der thermischen Behandlung des Sondermülls sind für mindestens zwei Sekunden Temperaturen von 1.100 Grad zu erreichen, um gesundheits- und umweltgefährdende Emissionen zu vermeiden. Nur die hohe Temperatur gewährleistet eine sichere Zerstörung aller organischen Substanzen. Anorganische Schadstoffe wie Schwermetalle werden in die festen Rückstände sicher eingebunden, so dass sie anschließend abgelagert werden können. 

Zur Behandlung der gefährlichen Abfälle bieten wir grundsätzlich zwei Verfahren an: die thermische Behandlung über den Drehrohrofen mit Temperaturen um 1.200° C oder die Vergasung im Direct Melting System (DMS) bei 1.800° C. Beide Verfahren lösen die Entsorgungsproblematik sauber und sicher. Die Verbrennung im Drehrohrofen und die DMS Technik bieten die Möglichkeit, aus den gefährlichen Abfällen elektrische oder thermische Energie zu gewinnen. Diese Technologie ist derzeit das am besten geeignete Verfahren zur sicheren und gleichzeitig wirtschaftlichen Behandlung großer Mengen Sonderabfalls.

Gefährliche Abfälle weisen je nach Art unterschiedlichste Heizwerte auf. Eine Besonderheit ist der teilweise höhere Heizwert im Vergleich zum Siedlungsabfall und die Tatsache, dass viele der Abfälle pastös oder flüssig vorliegen. Pastöse Abfälle sind über eine Rostfeuerung nur schlecht zu behandeln, die Verbrennung führt dort zu einem verstärkten Schlackefluss, zu einer Abdeckung des Rostes sowie zu einem Durchtropfen und Zünden unter dem Rost. Bei der Verbrennung im Drehrohrofen ist aufgrund der unterschiedlichen Heizwerte auf eine sorgfältige Zusammenstellung des Müllmenüs zu achten. Ebenso ist die Lagerung des Abfalls und der Dokumentationsaufwand aufwändiger. Für klinische Abfälle müssen zusätzlich kontaminierungsfreie Zonen geschaffen werden, Chemikalien müssen sicher und getrennt aufbewahrt werden. Zu dem richtigen Lagerungskonzept beraten wir Sie gerne, ebenso zu den Einsatzmöglichkeiten und der besten Lösung für Ihre Anforderungen.

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