Rauchgasreinigung

Rauchgasentschwefelung mit Seewasser

Bei der Entscheidung für die am besten geeignete Rauchgasentschwefelungstechnologie ist manchmal der Standort entscheidend. Rauchgasentschwefelungsanlagen auf Basis von Seewasser bieten eine ausgereifte, kostengünstige Technologie, die sich anbietet, wenn die Anlage an der Küste steht. Statt des bei den nassen Waschverfahren üblicherweise eingesetzten Kalksteins wird ausschließlich mit Seewasser als Absorptionsmittel gearbeitet. Das Prinzip ist bestechend einfach: Das Schwefeldioxid wird im Seewasser gelöst und bildet dort Sulfit und Hydrogensulfit. Neutralisiert werden diese Verbindungen durch Karbonate und Bikarbonate, die als natürliche Bestandteile im Seewasser vorliegen. In einem Begasungsbecken wird dann Sauerstoff zugeführt, die Schwefelverbindungen oxidieren zu Sulfat, einem natürlichen Bestandteil des Seewassers. Üblicherweise nutzt man für diesen Prozess Seewasser aus dem Kühlwasserkreislauf des Kraftwerkes. Nach der Aufbereitung im Begasungsbecken kann das Wasser wieder ins Meer geleitet werden. Dabei werden selbstverständlich alle festgelegten Einleitbedingungen erfüllt. Bei dem Verfahren entstehen keinerlei Reststoffe. Trotz der verblüffenden Einfachheit des Verfahrens erreichen wir Schwefeldioxid-Abscheidungen bis 99%. 

Die Seewasser-Entschwefelungstechnologie von Steinmüller Babcock Environment arbeitet mit einem Sprühtürm als Absorber. Im Sprühturm sind nur die Sprühebenen mit den Sprühdüsen und vor dem Wäscheraustritt die Tropfenabscheider installiert, keine zusätzlichen Verwirbelungseinheiten oder Stufenabschnitte mit Füllkörpern, durch die das Rauchgas geführt wird. Durch den Verzicht auf diese zusätzlichen Einbauten werden Verschmutzungen durch Seewasserbestandteile oder durch biologischen Bewuchs minimiert. Ebenso sind die Druckverluste äußerst gering. Im oberen Bereich des Sprühturms werden die Sprühebenen zum Einbringen des Seewassers integriert. 

Die Anzahl der Sprühebenen wählen wir anhand der Seewassereigenschaften und der benötigten Entschwefelungsleistung. Mittels CFD (Computational Fluid Dynamics) optimieren wir die Gas- und Seewasserverteilung im Absorber. Jede Sprühebene wird mit einer individuellen Pumpe angesteuert, so dass die Entschwefelungsleistung jederzeit der Anlagenlast bzw. dem Bedarf angepasst werden kann. Das ermöglicht eine extrem energieoptimierte Fahrweise über den gesamten Lastbereich. Im obersten Teil des Sprühturms installieren wir einen mehrlagigen Tropfenabscheider, der einen Tropfenmitriss der im Sprühbereich produzierten Tropfen verhindert. Aufgrund der Prozessführung und der speziellen Gestaltung des Tropfenabscheiders ist eine separate Spülung des Tropfenabscheiders nicht erforderlich.

Das Oxidationsbecken kann entweder direkt unterhalb des Sprühturms ausgeführt werden oder aber extern an einem frei wählbaren Standort. Ist das Becken unter dem Sprühturm integriert, kann die erste Oxidationsstufe bereits in den Absorber integriert werden. Hier verfügen wir über ein eigenentwickeltes Design, das eine platzsparende Aufstellung mit kontrollierter Wasserführung und gestufter, kontrollierter Zugabe der Oxidationsluft ermöglicht. Das so optimierte Oxidieren und effektive CO2-Strippen (Überführung des Kohlendioxids in die Gasphase) gewährleistet das sichere Einhalten der geforderten Sauerstoffkonzentration und pH-Werte im abgeleiteten Seewasser unter bestmöglicher Ausnutzung der Alkalinität des Wassers für die Rauchgasentschwefelung. 

Das externe Becken mit analoger Prozessführung wird als Rechteckbecken mit frei wählbarer Platzierung ausgeführt und über eine Verbindungsleitung mit dem Sprühturm verbunden.


Seewasserrückführung aus der Seewasser-Rauchgasentschwefelungsanlage in Alba/Bahrain

Seewasserrückführung aus der Seewasser-Rauchgasentschwefelungsanlage in Alba/Bahrain

Oxidationszone der Seewasser-REA in Shuaibah III, Saudi Arabien

Oxidationszone der Seewasser-REA in Shuaibah III, Saudi Arabien

Vorteile der Seewasser-REA

  • Ideale Lösung für Küstenstandorte
  • Einsetzbar für alle Brennstoffe
  • Geringer Einfluss auf die Umwelt
  • Einhaltung aller gesetzlichen Emissions- und Einleitvorschriften
  • SO2 -Abscheidegrade bis 99%
  • Maximale Anlagenverfügbarkeit bei optimalen Gesamtsystemkosten
  • Energieoptimierter Anlagenbetrieb dank flexibler Anpassung an den Kesselbetrieb
  • Platzsparendes Aufstellungskonzept durch konzentrische Beckengeometrie
  • Flexibilität bei beengten Platzverhältnissen durch Einsatz eines externen Beckens
  • Kurze Bauzeit basierend auf einem optimierten Montagekonzept
  • Weltweite Referenzen für Sprühturmabsorber aller Kraftwerksgrößen
Steinmüller Babcock Environment GmbH

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